- Aussprache
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Farbwechsel (Gemmologie) — auch Alexandrit-Effekt genannt — ist das Erscheinen deutlich verschiedener Farben in ein und demselben Edelstein bei Betrachtung unter verschiedenen Lichtquellen, typischerweise Tageslicht gegenüber Glühlampen- oder Kerzenlicht. Das Phänomen entsteht durch selektive Absorption: Spurenionen im Kristallgitter absorbieren bestimmte Wellenlängen, und das verbleibende durchgelassene Licht unterscheidet sich zwischen kaltspektrigen und warmspektrigen Lichtquellen.
Wie es funktioniert
Farbwechsel ist keine Eigenschaft des Kristalls selbst, der sich verändert. Das Absorptionsspektrum des Kristalls ist durch seinen atomaren Aufbau und seinen Spurenelementgehalt festgelegt. Was sich ändert, ist das Spektrum des einfallenden Lichts. Tageslicht (Normlichtart D65 der CIE) ist über das sichtbare Spektrum hinweg reich und zum Blaugrünen hin gewichtet; Glühlampenlicht (Normlichtart A der CIE) ist stark zum Roten hin gewichtet. Derselbe Kristall, der diese verschiedenen Spektren abtastet, lässt das verbleibende Licht in unterschiedlichen wahrnehmbaren Farbbereichen durch.
Häufige Farbwechsel-Edelsteine
- Alexandrit (Varietät des Chrysoberylls) — das Typmaterial; Wechsel von Grün zu Rot, angetrieben durch Chrom.
- Farbwechsel-Diaspor (Zultanite, Csarite, Ottomanite, Turkizite) — Wechsel von Salbeigrün zu Himbeerrosa, angetrieben durch Eisen und Chrom.
- Farbwechsel-Granat (Pyrop-Spessartin) — typischerweise Blaugrün zu Rotviolett, mehrere produzierende Fundorte.
- Farbwechsel-Saphir — meist Blauviolett zu Purpurrot, vanadiumgetrieben.
- Farbwechsel-Fluorit — kommerziell weniger bedeutend; stark variierend.
Abgrenzung von verwandten Phänomenen
- Pleochroismus — verschiedene Farben, betrachtet entlang verschiedener optischer Achsen unter demselben Licht. Eine Eigenschaft des Kristalls, nicht der Lichtquelle.
- Asterismus — der Stern-Effekt durch ausgerichtete Einschlüsse; kein Farbwechsel.
- Adulareszenz — der wandernde Schimmer des Mondsteins; die Farbe des Schimmers kann sich mit dem Betrachtungswinkel verändern, ist aber kein Farbwechsel im gemmologischen Sinne.
Diagnostischer Test
Legen Sie den Stein unter Tageslicht (oder tageslichtabgeglichenes Leuchtstofflicht), dann unter Glühlampen- oder Kerzenlicht. Verschiebt sich der Farbton in einen deutlich anderen Farbbereich, handelt es sich um Farbwechsel. Wird der Farbton heller, dunkler oder verschiebt sich die Sättigung, bleibt aber in derselben Farbfamilie, ist es im gemmologischen Sinne kein Farbwechsel.
Siehe auch: Pleochroismus, Mohs-Skala.